Maria Rast





Waldkapelle Maria Rast










Ein großer Stein mit drei schalenförmigen Vertiefungen ('Schalenstein') steht am Anfang einer frommen Legende: Auf der Flucht nach Ägypten kamen Josef und Maria in diese Waldwildnis. Sie legten sich zur nächtlichen Rast ('Maria Rast')auf eine Steinplatte und schliefen wie auf Polstern. Der harte Stein hatte die Eindrücke ihrer Körper wie ein Polster aufgenommen und behält sie bis heute bei. Als Maria mit dem Kind baden wollte, sprudelte plötzlich zu ihren Füßen eine Quelle. 



















 





 





 





 





Eine zweite Legende zur Entstehung der 'Waldkreuzsäule' nennt eine Schlossfrau, eine Gräfin Friedlinde von Piberstein, der die Gottesmutter im Traum erschien und Heilung für ihre Krankheit versprach: Im Wald, unter einer Buche sprudle die heilende Quelle. Die Gräfin folgte dieser Weisung, fand jedoch die Quelle nicht. Ein Hirsch erschien und wies den Weg zur Quelle. Die Gräfin gesundete. Zum Dank ließ sie eine Kreuzsäule errichten.

Die dritte Version erzählt von einer Frau, die an offenen Füßen litt. Auf Anraten eines weisen Bauern badetet sie die Füße im ausgehöhlten Stein und fand Heilung. Dieses Ereignis wird auf das Jahr 1716 datiert und soll der Beginn der Wallfahrtsstätte sein.

Allerdings soll bereits um 1700 eine Art Vorform einer Kapelle, eine Kreuzsäule, gestanden haben. Auch das Hochaltarbild, eine Pieta auf Blech gemalt, trägt die Jahreszahl 1700. Zwischen 1747 und 1781 sammelte ein Einsiedler Opferspenden für die Wallfahrtsstätte. Missstände, nicht zuletzt durch den letzten 1784 eingesetzten Einsiedler, der sich all zu weltlich gebärdete, sowie Streitereien zwischen der Herrschaft Piberstein, auf dessen Grund die Kapelle stand und dem Pfarrer von Helfenberg führten 1785 zur Aufhebung der Stätte. Der Pfleger von Pürnstein ließ damals die Kapelle tatsächlich demolieren, was jedoch auf die heftige Erbitterung der Leute stieß, die sich die Wallfahrten nicht nehmen lassen wollten. Eine Kapelle wurde wieder erbaut. 1807 wurde jedoch der Dechant von Niederwaldkirchen beauftragt, die Kapelle zu sperren und die Wallfahrt abzustellen. Ohne Erfolg. Selbst die Entfernung der Votivbilder half nichts. Nach der Hitzigkeit der Wallfahrtsverbote war am 12. Juli 1836 die Waldkapelle wieder hergestellt und 3 Wochen später feierlich eingeweiht worden. Zwischen 1850 und 1863 wurde die Kapelle erweitert und ein Turm angebaut sowie 1863 auch erstmals 2 Glocken in den Turm aufgezogen, die allerdings 1917 dem Krieg zum Opfer fielen. Renovierungen in den Jahren 1936 und 1963 vervollständigen das heutige Bild. Im September 1963 konnte eine weitere neue Glocke, die von einem nach Kanada ausgewanderten Helfenberger, Stefan Stelzer, gestiftet wurde, geweiht werden. Heute führt der Weberlandwanderweg an der Kapelle vorbei. Wanderer sind heute wie früher zum Verweilen, zum Rasten bei diesem Kleinod eingeladen.


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