Sagenumwittert und Sehenswert:

Der Burgstall in Etzen


Am Ortsende von Etzen (Richtung Blumau) zweigt bei einem kleinen Marterl ein Weg nach links ab. Folgt man diesem Weg, so gelangt man kurz darauf in einem kleinen Waldstück zu einem imposanten Steingebilde.
Hier soll einmal eine Burg gestanden haben, wovon noch einzelne Mauerreste zeugen. Von der einheimischen Bevölkerung wurde dieser Ort schon immer als "Burgstall" bezeichnet.

Von dieser Stelle aus sollen unterirdische Gänge über die "Burgleiten" nach Arbesbach und Rappottenstein geführt haben. Jedenfalls hat man von hier aus Blickkontakt zur Ruine Arbesbach und auch zur Burg Rappottenstein, sodass es durchaus wahrscheinlich erscheint, dass man sich so von Burg zu Burg bei Gefahr mit Lichtzeichen verständigte.
Wie zu den meisten Steinformationen im Waldviertel gibt es auch zu diesem Gebilde allerlei Sagen und Geschichten. Eine davon erzählt folgendes:



Einmal traf ein junger Bursche auf seinem Heimweg von der Feldarbeit auf ein kleines Männlein. Es sagte: Komm mit! Ich zeige dir etwas." Der Junge folgte dem Männlein zu einem großen steinernen Berg. Hier führte ihn das Männlein durch einen unterirdischen Gang in eine Höhle im Inneren des Steines. Der Junge traute kaum seinen Augen: Berge von Gold und Edelsteinen lagen da vor ihm. Auch Wein war in endlos langen Schläuchen dort gelagert.

Nachdem sich der Bursche an diesen Schätzen satt gesehen hatte, schenkte das Männlein ihm zum Abschied einen Klumpen Gold. Er steckte ihn in seine Hosentasche und machte sich damit auf den Heimweg.

Daheim angekommen wollte er voller Stolz seinen Schatz seinem Vater zeigen. Als er aber den Goldklumpen aus der Hosentasche hervorholen wollte, war dieser nur ein ganz gewöhnlicher Stein !!


Anmerkung:
Da es in dieser Erzählung auch ein bisschen um Wein geht, und zu dieser Zeit eventuell auch schon das Gasthaus Mathe in Etzen bestanden hätte können, ist nie ganz geklärt worden, ob diese Geschichte mit dem Männlein nicht der Vertuschung eines Gelages in der Wirtstube diente ....

Egal, ob an diesen Geschichten etwas dran ist oder nicht, sehenswert ist der Burgstall allemal. Er ist nicht nur aus der Ortschaft Etzen (wie oben beschrieben) erreichbar, auch über den Wanderweg Nr. 41 lässt er sich zur Besichtigung einbinden.