Sehenswürdigkeiten der Stadt Braunau
Heimathaus - Glockengießerhaus (Plan Nr. 3)

Das aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammende und noch im gotischen Stil erhaltene Glockengießerhaus - Haus Johann-Fischer -Gasse 18 - wurde im Jahre 1917 durch den bedeutenden Heimatforscher, Archäologen und akademischen Maler Hugo von Preen als Heimathaus eingerichtet. Dieses Haus birgt noch heute eine aus dem Jahre 1385 stammende, original eingerichtete Glockengießerwerkstatt, die einzige dieser Art und dieses Alters im deutschen Sprachraum. Der mächtige Schmelzofen in dieser Werkstatt wurde unteriridisch beheizt. Seine Esse endet mitten im Raum, denn erst der abgekühlte Rauch durfte durch den mächtigen Kamin entweichen.
Zahlreiche Originalwerkzeuge, Modeln und Erzeugnisse der Gießerei sind in diesem Raum ausgestellt. Fachleute aus aller Herren Länder besuchen diese alte Glockengießerstube. Im Parterre wird weiters eine Backstube gezeigt, wie sich um 1920 betrieben wurde. Zwei Räume sind der Schiffahrt auf dem Inn und er Schiffmeisterfamilie Fink gewidmet. Das erste Obergeschoß beherbergt eine Bürgerstube aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und eine Original Rauchküche, wie sie in Bürgerhäusern des 14. bis17. Jahrhunderts verwendet wurde. Diese Rauchküche konnte erst im Zuge der 1989 /90 durchgeführten Restaurierungsarbeiten freigelegt werden. Im rückwärtigen Hausteil dieses Stockwerkes befinden sich echte alte Innviertler Bauernstuben. Das zweite Obergeschoß ist dem Begründer des Hauses, Hugo von Preen, gewidmet, wobei das Hauptgewicht auf seine künstlerischen Arbeiten zum Thema "Alt Braunau" gelegt wurde. Zwei Räume sind mit einer besonders reichen Sammlung zum Thema Volksglaube eingerichtet.

Quelle:
Eitzlmayr, Max, Braunau - die historische Handelsstadt, Braunau 2. Aufl. 1997